Hallo zusammen, vorneweg direkt, alle Anschlüsse haben funktioniert. Unser "Fahrdienst" - danke Papa - war rechtzeitig bei uns vor der Tür, die Deutsche Bahn war pünktlich in Bonn und Kiel, Colorline pünktlich in Oslo, unser bestelltes Taxi nicht da, dafür 30 andere und so waren wir auch 30 Minuten vor Abfahrt unseres Zuges auch am Bahnhof. Auch Bergen wurde pünktlich erreicht und so waren wir rechtzeitig auf der Midnatsol.
Doch nun der Reihe nach. Samstag morgen um 4:45 war unser (Schwieger-)Vater vor der Haustür, um uns Richtung Bonn Hbf. zu bringen. Der ICE aus Basel kam dann auch pünktlich, und bis Kiel hatten wir einen Wagen fast für uns ganz alleine. Das war gut, konnte so das Gepäck doch wunderbar neben uns stehen bleiben. In Kiel hatten wir dann 2,5 Stunden Aufenthalt, Zeit um ein paar Züge zu knipsen.
Gegen 13:00 Uhr ging es dann zum Colorline-Terminal
und wir schifften ein, neudeutsch auch 'Boarding' genannt. Um 14:00 Uhr ging dann unsere erste größere Seereise los. Mit dem Blick auf Laboe verließen wir Deutschland:
Es folgte eine kurze Schiffsbesichtigung, wo die ans Phantasialand erinnernde Flaniermeile herausstach.
Danach verbrachten wir die meiste Zeit an Deck in der Sonne. Nach 4 Stunden Fahrt kam die Storebeltbrücke in Sicht. Diese hatten wir bereits dreimal überquert, jetzt das erste Mal also drunter her.
und
Der Rest des Abends wurde dann mit Fußball schauen verbracht. Es folgten Annettes berühmte Sonnenuntergangfotos,
bevor es anschließend auf die recht geräumige Kabine zum schlafen ging. Nach einer angenehmen Nacht ohne jegliche Schaukelei standen wir rechtzeitig zur Einfahrt in den Oslofjord auf. 3 Stunden noch bis zur norwegischen Hauptstadt. Dort angekommen, regnete es in Strömen. Dieses war jedoch weit weniger schlimm, als der norwegische Zoll. Dieser zog Matthias aus der Reihe und meinte, ihn kontrollieren zu müssen. Mit Händen und Füßen erklärte Matthias denen, dass wir es recht eilig hätten und der Zug nach Bergen nicht auf uns warten würde. Nach einer Ticketkontrolle ließen sie ihn dann ziehen. Vor dem Terminal war von unserem bestellten Taxi leider nichts zu sehen. Es gab aber genügend andere, und so nahmen wir eines von diesen. Nach 10 Minuten Fahrt war der Bahnhof Lysaker erreicht und wir hatten noch eine halbe Stunde Zeit bis zur Abfahrt der Bergenbahn. Jetzt konnte der Urlaub auch für Annette beginnen. Der engste Übergang hatte geklappt. Es begann nun eine rund siebenstündige, recht abwechslungsreiche Bahnfahrt, die Matthias sogar drei Fotohalte und als Höhepunkt eine Mitfahrt auf der Lok von Myrdal nach Voss einbrachte.
Recht spektakulär war der Streckenabschnitt bei Finse, Norwegens höchstem Bahnhof. Hier herrschte noch Winter mit großen Schnneefeldern.
Kurz vor 18:00 Uhr erreichten wir dann Bergen, und ein Wunder geschah: kaum eine Wolke am Himmel und strahlender Sonnenschein. So beschlossen wir, dass wir vor dem Einschiffen noch mit der Floibahn auf den Aussichtsberg von Bergen fahren. Gesagt, getan! Taxi ran gewunken und zur Bergbahn. Wir wurden mit einem tollen Panorama und einem ersten Blick auf unser Schiff belohnt.
Wieder unten ging es dann mit dem Taxi zum Schiff. Etwas komisch wurde uns, als wir vor Betreten des Schiffes unsere Hände desinfizieren mußten. Das muß man vor jedem Essen hier machen, da große Sorge seit letztem Jahr vor dem Noro-Virus herrscht. Wir bezogen unsere Kabine und gingen anschließend direkt zum Abendessen. Dort war ein riesiges Buffet aufgebaut. Wirklich sensationell! Hungern werden wir hier wohl nicht! Pünktlich um 20:00 Uhr legten wir ab, und bei schönstem Sonnenschein ließen wir Bergen schnell hinter uns.
Am Abend sahen wir uns das nächste EM-Spiel in der Bibliothek an und quatschten noch bis 24:00 Uhr mit unserem Reiseleiter, der witzigerweise auch Müller heißt. Als wir um halb eins ins Bett sind, war es draussen immer noch nicht richtig dunkel. Der Norden läßt grüßen!
Die Nacht wurde um 4:30 dann mal kurz unterbrochen. Nach Verlassen des Hafen von Maloy sollte das erste südwärtsgehende Hurtigrutenboot "Vesteralen" gekreuzt werden. Und pünktlich auf die Minute kam es uns in schönster Morgensonne entgegen.
Schnell wieder raus aus den Klammotten und noch zwei Stunden bei leichtem Seegang geschlafen. Während des Frühstücks erreichten wir Alesund, wo es den ersten Landgang gab. Zwar nur eine dreiviertel Stunde, aber es reichte um so einige Bildchen zu machen
und einen großen Beutel Getränke zu kaufen. Diese sind auf dem Schiff doch reichlich teuer. Pünktlich verließen wir Alesund Richtung Geirangerfjord. Auf dem Hinweg schien bis zum Beginn des Geirangers die Sonne. Kaum bogen wir in ihn ab, begann es zu regnen. Beim Austendern der Ausflugsgäste riss es aber langsam auf und auf der Rückfahrt genossen wir Sonne pur. Die vielen Wasserfälle, in Norwegen = Fossen, gaben herrliche Fotomotive ab.
Über offenes Wasser ging es nochmals zurück gen Alesund zum nächsten Stop. Diesen nutzten wir wieder zur Getränkeauffrischung. Am Abend in Molde gibt es im Hafen das zweite südgehende Hurtigrutenschiff zu sehen:
Der Rest des Abends wurde mit Public Viewing (Deutschland - Österreich 1:0) verbracht, bevor es in die Koje ging. Im nächsten Teil geht es dann nach Trondheim und der Tag dort begann mit einer Überraschung !